Kurz vor sechs steht die Disposition: Touren verteilt, Ladelisten gedruckt, jeder Fahrer nimmt seinen Stapel. Mittags fragt ein Kunde nach seiner Sendung – jemand ruft den Fahrer an, der in einer Tiefgarage steht.
Abends kommen die Ablieferscheine zurück. Fragt morgens ein Kunde, wer die Ware angenommen hat, sucht jemand im Stapel.
Der ehrliche Kern: die Naht zwischen Fahrzeug und Büro
Eine App fährt nicht schneller und findet keine Parklücke. Sie macht den Stand einer Tour sichtbar, ohne Telefonat. Drei Effekte, an denen sich das Projekt messen lassen muss:
- weniger Anrufe in beide Richtungen – Änderungen landen auf dem Gerät, der Status kommt von dort zurück,
- Nachweise am selben Tag auffindbar – Foto, Name, Zeitpunkt und Unterschrift hängen am Auftrag,
- keine Nacherfassung am Abend – draußen Erfasstes wird nicht abgetippt.
Ändert sich daran nichts, rechnet sich das Projekt nicht – auch mit unserem Angebot nicht.
Was so eine App im Alltag übernimmt
Zwei Zielgruppen, zwei Anwendungen – das entscheidet sich vor der Funktionsliste: Der Fahrer braucht Tempo, der Kunde Auskunft.
Die Aufträge des Tages. Reihenfolge, Adresse, Zeitfenster, Ansprechpartner, Hinweise zu Rampe oder Klingel – vor Fahrtantritt auf dem Gerät; ein Tipp übergibt die Adresse an die Karten-App.
Abliefernachweis erfassen. Foto, Name des Empfängers, Unterschrift auf dem Display, Zeitstempel, Notiz. Was dein Nachweis enthalten muss und was eine Unterschrift auf Glas wert ist, klärt dein Anwalt – wir bauen die Felder, die du vorgibst.
Abweichungen melden. Nicht angetroffen, Zugang versperrt, Ware beschädigt, Teilmenge übernommen: feste Auswahl mit Foto statt Anruf – die Disposition reagiert früher.
Die Kunden-Sicht bleibt dünn: Sendungsstatus in vier Zuständen – übernommen, unterwegs, zugestellt, nicht zustellbar –, das Zeitfenster so genau, wie du es zusagen kannst, und der Nachweis als PDF – wie das Übergabeprotokoll im Maschinenverleih.
Ohne Netz muss es trotzdem gehen
Tiefgarage, Hinterhof, Funkloch: Wo erfasst wird, kann die Verbindung fehlen. Verliert die App eine halbfertige Ablieferung, tippt der Fahrer sie zweimal.
Die drei Stufen von „offline“ stehen in „Offline-Apps – wann du den Sync brauchst“; die teuerste ist hier nicht immer nötig. Wird die Tour morgens geladen und entsteht unterwegs nur Neues, genügt eine Warteschlange für „Ablieferung erfassen“: Sie legt an und ändert nichts – Konflikte entstehen nicht. Arbeit machen die Fotos – Uploads können unterwegs abbrechen und dürfen nicht doppelt ankommen.
Rechne den Hebel mit deinen Zahlen
Angenommen, sechs Fahrzeuge, pro Fahrzeug täglich vier Telefonate à drei Minuten über die Disposition: Das wären gut 70 Minuten am Tag, bei 250 Einsatztagen rund 300 Stunden im Jahr. Setz deine Zahlen ein – sie sollten entscheiden, nicht unsere.
Frag zuerst dein vorhandenes System
Bevor jemand ein Konzept schreibt, gehört eine Runde mit dem Anbieter deiner Transport- oder Telematik-Software geführt – was diese Systeme können, beantwortet nur er. Drei Fragen dorthin:
- Gibt es ein Fahrer-Modul, das deine Lizenz schon enthält?
- Gibt es eine dokumentierte Schnittstelle, und was kostet ihre Freischaltung?
- Gibt es eine nutzbare Sendungsverfolgung für Kunden?
Lautet eine Antwort ja, ist das meist der günstigere Weg – dafür brauchst du uns nicht. Ohne Brücke zum System, in dem abgerechnet wird, verschiebt eine App die Doppelerfassung nur.
Standortdaten gehören vorher geklärt
Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung: Er nennt eine Grenze, ohne sie zu bewerten.
Standortdaten von Fahrern sind in aller Regel personenbezogene Daten von Beschäftigten; eine laufende Verfolgung kann Verhalten und Leistung auswertbar machen. § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG nennt – wo ein Betriebsrat besteht und keine gesetzliche oder tarifliche Regelung greift – ein Mitbestimmungsrecht bei der „Einführung und Anwendung von technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen“ (Stand 2026, Wortlaut nach gesetze-im-internet.de). Ob das für dein Vorhaben gilt, beurteilen wir nicht – das gehört zu Anwalt, Datenschutzbeauftragtem und Betriebsrat, und zwar bevor entwickelt wird: Zweck, Daten, Häufigkeit, Sichtbarkeit und Löschfristen prägen das Datenmodell.
Unsere Empfehlung: Status statt Dauerspur. Der Fahrer setzt Ereignisse; ein Standort wird nur bei „abgeliefert“ gespeichert – ein Punkt, ein Zeitpunkt, keine Strecke. Dann braucht die App keine Hintergrund-Ortung – und die verlangt auf Google Play ohnehin eine eigene Freigabe: Deklarationsformular in der Play Console, Begründung aus der Kernfunktion, Demo-Video, sichtbarer Hinweis in der App vor der Abfrage; Zugriff allein für Werbung oder Auswertung ist dort nicht zulässig (Stand 2026, Google Play Console-Hilfe).
Was wir nicht liefern: Aussagen zu Lenk- und Ruhezeiten, zum digitalen Tachographen oder zum Frachtrecht. Die technische Seite steht in „DSGVO in Apps“.
Die Hürde heißt Gerät
Auf Firmengeräten ist die Einrichtung planbar; auf Privatgeräten kommen Fragen dazu: Einverständnis, Abgrenzung privater und dienstlicher Nutzung, Gerätewechsel. Verfolgt ein Kunde nur selten eine Sendung, kann die Installationshürde den Nutzen übersteigen – dann reicht ein Web-Zugang, siehe „PWA oder native App?“.
Was so ein Projekt kostet
Unsere Starter-App zum Festpreis von 9.900 € netto passt hier nicht: ohne Login, ohne eigenen Server – dieses Vorhaben braucht beides. Aus der Preisliste:
- Basis – Konzeption, UI-Grundlagen, Setup, Qualitätssicherung, Store-Release: 11.000–18.000 €
- Cross-Platform, iOS und Android aus einer Codebasis: 7.500–12.000 €
- Individuelles Design, vor allem für die Kundenseite: 4.500–9.000 € (systemnah: 0 €)
- E-Mail-Login mit Registrierung, Passwort-Reset, Profil: 3.000–5.000 €
- Firebase oder Supabase als Backend: 4.500–9.000 €
- Kamera und Medien-Upload für die Nachweisfotos: 3.000–6.000 €
- Push-Benachrichtigungen für Statusmeldungen: 2.000–3.000 €
- Offline-Modus mit Synchronisation: 6.000–10.500 € – hier Voraussetzung, nicht Option
Macht rund 42.000–73.000 € und nach der Formel hinter unserem Rechner 12 bis 21 Wochen. Je nach Zuschnitt: Karten und Standort 4.000–7.000 €, ein Web-Dashboard für die Disposition 6.000–11.000 €, eine Schnittstelle zum vorhandenen System 4.500–9.000 €. Dazu der Betrieb: als Faustregel 15–20 % der Projektsumme pro Jahr, bei uns Wartungspakete ab 150 € netto im Monat. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen.
Zu groß? Was ein erster Schnitt behalten muss, steht in „Was ein MVP nicht weglassen darf“.
Fazit
Der planbare Nutzen liegt zwischen Fahrzeug und Büro: Tour auf dem Gerät, Nachweis mit Foto, Abweichung als Meldung statt Anruf. Offline gehört dazu, oft nur als Warteschlange; die Standortfrage wird vorher geklärt.
Beim Sortieren helfen die sieben Punkte zur Vorbereitung. Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, wie viele Fahrzeuge draußen sind und welches System abrechnet. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden – auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Frag zuerst deinen Systemanbieter.